Aktuelles: Konzert Info

Three Voices

dimiko Konzerte: K-Haus Basel,

5. Mai 2026, 12:15 Uhr


Morton Feldman Three Voices (1982, Ausschnitte)

Vokalwerke aus Mittelalter und Renaissance (Hildegard von Bingen, John Dowland…)

Barbara Schingnitz, Mezzosopran

Nadine Nenning, Sopran

Leslie Leon, Mezzosopran

Dauer: ca. 35 Min.       

Zum Konzept

In seinem rund fünfzigminütigen Vokalwerk Three Voices (1982) lässt der US-amerikanische Komponist Morton Feldman eine Frauenstimme vor Publikum singen, die anderen beiden Stimmen werden per Tonspur zugespielt. Von Anfang an war Feldman selbst aber auch für eine Interpretation ohne aufgezeichnete Spur, also für eine direkte Wiedergabe durch drei gesungene Frauenstimmen offen, da die Tonspur nicht mit Verfremdung arbeitet. So bleibt der hauptsächliche klangliche Effekt von Feldmans Werk auch in einer kompletten Live-Performance bestehen: Sich überlagernde Patterns, minimale Verrückungen, die den Höreindruck von Repetition und stetiger Variation gleichermassen erzeugen, Klangcluster, die in der Konstellation harmonisch zeitgenössisch sind, doch zuweilen an frühe homophone vokale Mehrstimmigkeit erinnern.

Das auch heute noch überaus aktuelle Stück ist dabei nicht wortlos. Ihm liegen zwei Verse des Gedichts „Wind“ zugrunde, das Frank O`Hara Feldman gewidmet hat: „Who’d have thought / that snow falls“ und „snow whirled / nothing ever fell“. Doch der Text fügt sich so in das musikalische Gefüge aus Wiederholung und Veränderung, dass den Hörern zwar Silben und auch Wortzusammenhänge aufscheinen, die Verse selbst aber hinter der klanglichen Nutzung der Sprache innerhalb der Musik zurücktreten. Das „Schneetreiben“ zeigt sich als akustische Kontemplation, als Dauerschwebezustand der Musik.

Ensemble Astraia präsentiert Feldmans für die zeitgenössische Musik so ikonische Werk Three Voices bewusst als Live-Trio und collagiert es mit Vokalmusik aus Mittelalter und Renaissance. So loten die Interpretinnen epochenübergreifende kompositorische Mittel wie Positionierungen im Raum, Echo, Imitation, Variation, Kontrast und Einheit akustisch aus. Der Fokus des Konzepts auf Abschnitte des Feldman-Werks und deren Gegenüberstellung mit Musik aus früher Mehrstimmigkeit erlaubt so eine Neudeutung im Sinne einer musikalischen Meditation von Klangraum und Raumklang, in die Interpretinnen wie Publikum eintauchen.

04.11.2023

Portraitkonzert Balz Trümpy

Ort: Lesegesellschaft Basel

Zeit: 19 Uhr

31.01.23 Lebenslieder – Liebeslieder

Unerhörte Musik, Berlin

Lebenslieder – Liebeslieder ist ein ganz dem Wort verpflichtetes musikalisches Programm. Aufs Unterschiedlichste befassen sich die Textdichter (von frühbarocker Liebeslyrik über Friedrich Hebbel bis zu Paul Celan) mit ihren Beobachtungen und teils sehr persönlichen Reflexionen zur menschlichen Existenz, zu Ich- und Gottesbewußtsein, ganz alltäglicher Weltschau und natürlich zur (fast) omnipräsenten Liebe. Auf ebenso individuelle Weise setzen sich die Komponistinnen und Komponisten des Abends (Iris Szeghy, Balz Trümpy, Jürg Wyttenbach und Mela Meierhans bzw. Barbara Strozzi) mit ihren literarischen Textvorlagen auseinander: Die musikalische Versprachlichung reicht von der melodiösen Kantilene bis hin zur fraktalen Lautäußerung. Solistisch, im Wechsel und im Ensemble erklingen die drei Frauenstimmen von Ensemble Astraia, im zweiten Teil des Abends begleitet von Ziv Braha an der Theorbe. Ein facettenreiches musikalisches Welttheater, das den Bogen vom (durch Mela Meierhans zitierten) Frühbarock bis in die Moderne schlägt. 

08.-13.11.2022 Tournée Lieder der Liebe

Lieder der Liebe sind zeitlos und überzeitlich: Ensemble Astraia widmet sich diesem Thema in ungewöhnlicher Besetzung, nämlich für drei Frauenstimmen und Theorbe. Der Fokus des Programms liegt auf zeitgenössischer Vertonung, die zum Teil eine Rückschau auf barocke Komposition vollzieht.

Die glutvoll und lautmalerisch vertonte Liebeslyrik der frühbarocken Komponistin Barbara Strozzi paart sich so mit der ins Abstrakte weisenden „lautlichen Verdichtung“ von Mela Meierhans’ auf Texten des Hohen Liedes basierendem Werk rajat-i (2016/2017). Balz Trümpy widmet sich seinem noch nie zuvor erklungenen Werk einer lyrischen Auswahl aus Goethes 1819 entstandener und 1827 nochmals erweiterter Sammlung West-östlicher Divan.

Die Tonsprachen der beiden Komponistinnen und des Komponisten setzen sich mit den in Form und poetischem Bilderspektrum sehr unterschiedlichen Text-Komplexen zum Thema Liebe in jeweils eigener musikalischer Charakteristik auseinander: Sprache wird entweder ihrem Inhalt nach musikalisch ausgestaltet oder als Phänomen selbst kompositorisch reflektiert. Theorbe und Stimmen, beide über eine Vielzahl unterschiedlichster Laut- und Geräuschgebungen verfügend, gehen miteinander vielfältige Verbindungen ein, verstärken oder kontrastieren einander. Der Konzertabend schafft so einen bewegten, vom Barock bis zur Gegenwart gespannten musikalischen Bogen, den das Frauentrio und die Theorbe tragen und lebendig werden lassen.